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Montag, 21 November 2022 15:21

„Ich investiere viel Liebe!“

Karl-Otto Weck: "Ich bin von Anfang an dabei beim Belgeraner Weihnachtsmarkt". Foto (Archiv): SWB/HL Karl-Otto Weck: "Ich bin von Anfang an dabei beim Belgeraner Weihnachtsmarkt". Foto (Archiv): SWB/HL

Karl-Otto Weck über einen Windeltopf, glückliche Kinderaugen und ein prall gefüllten Sack

Belgern. Karl-Otto Weck aus Belgern ist wohl das, was man gemeinhin als Original bezeichnet. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt er, was ihm die Organisation des 30. Weihnachtsmarktes in Belgern am Samstag, 3. Dezember, ab 14 Uhr auf dem Marktplatz der Rolandstadt bedeutet.
SWB: Welchen Stellenwert hat die 30. Auflage des Weihnachtsmarktes in Belgern für Sie?
Karl-Otto Weck: Der Weihnachtsmarkt hat eine große Bedeutung für Belgern und für mich persönlich. Ich bin seit der ersten Auflage am Samstag vor dem 2. Advent des Jahres 1992 mit am Start und bis heute dabei. 

Welche Erinnerungen haben Sie an die Anfänge?

Ich erinnere mich, dass die Freiwillige Feuerwehr Belgern der erste Veranstalter des Weihnachtsmarktes war. Die Stadt stellte uns eine Bude mit Plastikvorhang. Dort bereiteten wir mit einem Gaskocher in einem sogenannten Windeltopf Glühwein zu, auf einem privaten Grill wurden Bratwürste gegrillt. Der Anfang war sehr einfach, später übernahm der Wirtschaftsförderverein um die Vorsitzende Frau Schmidt die Organisation. Ich habe mitgeholfen, wo ich konnte. Irgendwann fragte der ehemalige Bürgermeister Harald Thomas, ob ich die Organisation ganz übernehmen kann.

Und Sie konnten?
Ja. Der Weihnachtsmarkt in Belgern ist eine Herzensangelegenheit von mir: Als Lokalpatriot konnte ich nur Ja sagen. Einmal gefragt, immer Ja gesagt (lacht). Es ist jedes Mal viel Arbeit: Mittlerweile habe ich Partner und Unterstützer, die seit vielen Jahren dabei sind.

Welche?
Der Rolandstädter Spielmannszug, die Rolandstädter Blasmusikanten, der SV Roland Belgern, Abteilung Fußball, der Getränkefachhandel Storm und der Schaustellerbetrieb Tony Richter aus Torgau sind seit vielen Jahren mit von der Partie. Ich hoffe, dass ich keinen bei der Aufzählung vergessen habe.

Was ist Ihr schönster Lohn?
in glückliche Kinderaugen blicke, auch die Einwohner und Gäste geben mir etwas zurück mit Worten des Dankes. Immerhin investiere ich viel Liebe in die Organisation – es kommt von Herzen.

Welche Begebenheiten sind Ihnen besonders erinnerlich geblieben?
Die Wetterkapriolen: Von strengem Frost, über Dauernieselregen bis hin zu Sturm und Sonnenschein bei zehn Grad war alles dabei. Ein Jahr mussten wir den Markt vom Schnee beräumen, er lag ein Meter hoch. In einem Jahr suchten wir die schönste Weihnachtsfrau und den schönsten Weihnachtsmann. Wir wurden fündig, die Moderation übernahm damals übrigens Pfarrer Tobias Krüger. Der Weihnachtsmann kam immer in verschiedenen Fahrzeugen. Ab einer gewissen Zeit hatten wir Besuch von Majestäten.

An wen denken Sie?
Wir hatten die Bierköniginnen vom Brauhaus Torgau zu Gast, die Dahlener Heidekönigin und die Wermsdorfer Fischkönigin – in diesem Jahr übrigens auch. Im vergangenen Jahr gab es coronabedingt keinen Weihnachtsmarkt: Am 4. Advent waren der Weihnachtsmann und Viertelsmeister Michael Rosche per Kutsche unterwegs, um den Kindern eine kleine Freude zu machen.

Was ist das Besondere am Weihnachtsmarkt in Belgern?
Die familiäre Atmosphäre: Alle Vereine präsentieren sich und wirken mit. Der Zusammenhalt ist gut. Natürlich ist nicht soviel Trubel wie in der Großstadt. Aber wir haben seit einigen Jahren Gäste aus Leipzig, die sagen immer: Der Weihnachtsmarkt in Belgern ist klein, aber fein. Und es ist Tradition, ihn immer am Samstag vor dem 2. Advent zu veranstalten. Nach zwei Jahren Corona-Pause wollen wir in diesem Jahr wieder voll durchstarten.

Lohnt der Aufwand überhaupt für ein Tag?
Es gab mal den Vorschlag, den Weihnachtsmarkt auf zwei Tage auszudehnen, diese Idee setzte sich aber nicht durch. An diesem einen Tag können wir alles konzentrieren. Und die Resonanz gibt es uns recht.
Im Vorfeld des diesjährigen Weihnachtsmarktes starteten Sie einen Spendenaufruf.
Ja. Auch wenn wir uns der Unterstützung der Stadt und des Bauhofes gewiss sein können, haben wir mit ständig steigenden Kosten zu kämpfen. Das Budget wird von Jahr zu Jahr knapper. Damit der Sack des Weihnachtsmanns prall gefüllt ist, benötigen wir Spenden. Bislang sind 155 Euro (Stand 10. November, Anm. d. Red.) eingegangen.

Worauf können sich die Besucher in diesem Jahr freuen?
Schon vor der offiziellen Begrüßung um 14 Uhr mit Bürgermeister Ingolf Gläser, Viertelsmeister Micheal Rosche und der 19. Sächsischen- und Wermsdorfer Fischkönigin CHarlotte Opitz beginnt bereits ab 12 Uhr das bunte Treiben der Händler mit musikalischer Umrahmung. Für die Gestaltung des Programms sorgen die Kinder der Kita Rolandspatzen, der Frauenchor Neußen und die Rolandstädter Blasmusikanten. 17.15 Uhr wird der Weihnachtsmann erwartet.

Ist Belgern der lokale Experte in Sachen Weihnachtszauber?
Es scheint so, ja. Die Besucherzahlen bei der Veranstaltung Advent in den Höfen mit Pyramide anschieben und dem Weihnachtsmarkt sind Zeugnis dafür, dass wir in Belgern offensichtlich ein Händchen dafür haben. Auch die Belgeraner ziehen beim Schmücken ihrer Häuser immer mit. Das weihnachtliche Flair in der Innenstadt ist sehr schön und sucht in unserer Region seinesgleichen.Die Austragung ist auch in den kommenden Jahren nicht gefährdet. Wo wir Energie sparen können, sparen wir mit LED-Beleuchtung. Alle Vereine halten zur Stange, unterstützen uns, wo sie können. Solange ich noch fit bin und Unterstützer finde, werde ich mich weiter engagieren. Für Belgern.

Gespräch: H. Landschreiber

Weihnachtsmarkt in Belgern am Samstag, 3. Dezember, ab 14 Uhr (Die Händler eröffnen bereits ab 12 Uhr das bunte Treiben.)

Gelesen 42 mal Letzte Änderung am Montag, 21 November 2022 15:43
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