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Donnerstag, 19 Januar 2023 09:02

Mathias Malter: „Alle freuen sich riesig auf das Feiern!“

Mathias Malter: "Vor der Zukunft im Verein wird mir nicht bange". Foto (Archiv): privat Mathias Malter: "Vor der Zukunft im Verein wird mir nicht bange". Foto (Archiv): privat

Beilrode, 19. 1. 2023. Seit dem Jahr 2019 ist Mathias Malter Chef des Beilroder Karneval-Clubs (BKC) 1953 e.V. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt er, ob der Generationswechsel im 70. Jahr des Bestehens im Verein vollzogen werden konnte.

SWB: Mit welchen Gefühlen fiebern Sie „70 Jahre BKC 1953“ entgegen?

Mathias Malter: Alle sind glücklich, wieder Feiern zu dürfen. Diese neu gewonnene Lust spürten wir schon beim Karnevalsauftakt zum 11.11. Viele Leute haben darauf gewartet, wieder das Kostüm anzuziehen und die Sau herauszulassen. Unsere Funken und Fünkchen sind heiß, aufzutreten und ihre Tänze zu zeigen. Alle freuen sich riesig, wieder Feiern zu dürfen.

Wie soll das 70-jährige Jubiläum gefeiert werden?

Wir starten mit einem großen Festumzug am Samstag, 28. Januar, ab 14 Uhr durch Beilrode mit Freunden, Bekannten und Vereinen. Danach gibt es in der Ostelbienhalle eine große Sause zum Jubiläum, wozu ich alle einladen möchte, die mit uns Feiern möchten. Danach folgt an jedem Wochenende eine Veranstaltung des BKC.

Wann wurden Sie mit dem „Virus Karneval“ infiziert?

Das liegt 25 Jahre zurück. Ich habe damals, noch in der alten Gaststätte Büttner, das Licht für die Karnevalisten gemacht. Da war ich 15 oder 16 Jahre jung. Vor 20 Jahren trat ich der Kapelle Blitzeblaue bei, war dadurch automatisch Mitglied beim BKC. Als der alte Präsident, Uwe Wilsch, nach 20 Jahren zurücktrat, stand ich vor der Frage, ob ich die Verantwortung übernehmen möchte. Da ich wöchentlich mit Veranstaltungen verschiedener Art zu tun habe, traute ich mich, den Vorsitz des BKC zu übernehmen. Schließlich habe ich einen Plan und die Erfahrung auch (lacht).

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Was waren schmerzliche Erfahrungen bei der Vereinsarbeit?

Dass durch Corona keine Veranstaltungen möglich waren, eine komplette Karnevalssaison ins Wasser fiel. Nicht nur unser Vereinsleben hat gelitten. Es war für alle Beteiligten sehr schwer, zur Stange zu halten.

Mit wie vielen Mitstreitern halten Sie den BKC am laufen?

Mit über 90 Mitgliedern, davon viel Nachwuchs. Wir haben einen Generationswechsel vollzogen: Einige ältere Mitglieder, die 25, 30 Jahre beim BKC aktiv waren, haben Platz für die Jugend gemacht, wurden durch Jüngere ersetzt. Wir wollen die Tradition des Karnevals in Beilrode bewahren.

Was ist Ihnen im Laufe der zeit besonders erinnerlich geblieben?

Ich bin seit 25 Jahren dabei, habe sicherlich viele Höhepunkte erlebt. Jedes Jahr war etwas Besonderes, sodass es schwer fällt, das eine Ereignis herauszupicken. Wir schauen uns häufiger die Saison-Höhepunkte auf DVD an. Da werden die Aha-Erlebnisse wieder ins Bewusstsein gerückt, Erinnerungen werden geweckt und wir haben viele lustige Momente und Geschichten, die für immer abgespeichert bleiben. Besonders ist auch immer unser Zusammenhalt.

Wie meinen Sie das?

Das Auf- und Abbauen in der Ostelbienhalle gestaltet sich immer wie ein großer Ameisenhaufen: Nach zwei, drei Stunden steht alles, weil alle Altersklassen mithelfen. Da bin ich immer stolz auf meine Mitstreiter. Nach der Rosenmontags-Veranstaltung wird alles abgebaut und wir fahren zum Saisonabschluss nach Tschechien. Da sind wir zumeist immer komplett, geschlafen wird im Bus. Das zeigt den Zusammenhalt, unsere gute Gemeinschaft.

Die gesellschaftlichen Begleitumstände werden nicht leichter. Steht Ihnen da immer noch der Sinn nach feiern?

Die Menschen wollen Spaß und Feiern – sie merken, was ihnen gefehlt hat in den letzten zwei Jahren. Was ich beobachte, weniger beim Karneval, sondern vielmehr bei Stadtfesten, dass die Kriminalität mit Diebstählen oder Schlägereien zunimmt. Das Publikum hat sich geändert.

Haben Sie sich mit der Vergangenheit des BKC beschäftigt, welche Personen waren die treibenden Kräfte?

Die Vereinschronik wird ständig ergänzt. Es ist interessant zu sehen, wer alles Präsident und Prinzenpaar war. Die Gründungsväter sind mittlerweile alle gestorben. Sie leben in den Erzählungen der älteren Mitglieder aber wieder auf.

Kommenden Samstag, 28. Januar, setzt sich ab 14 Uhr in Beilrode der große Festumzug in Bewegung. Was erwartet die Schaulustigen?

Zunächst wollen wir um 10.45 Uhr am Bahnhof eine alte Tradition wieder aufleben lassen. Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten. Zum Umzug haben bisher über 20 Wagen gemeldet, weitere werden folgen. Vor fünf Jahren beinhaltete der Umzug 39 Bilder, diese Zahl wollen wir wieder erreichen.

Welche Rolle spielt Bürgermeister Rene Vetter?

Er ist in Weidenhain selbst für den Karneval unterwegs. Wir haben einen guten Draht, genau wie nach Neußen, wo Gino Wilsch die Fäden in der Hand hält und nach Sitzenroda.

Wie sehen Sie die Zukunft des BKC?

Vor der Zukunft wird uns nicht bange. Ich hin zuversichtlich, die nächsten Jahre mit meinen Mitstreitern erfolgreich bestreiten zu können.

Gespräch: H. Landschreiber

Festumzug zu 70 Jahre BKC am Samstag, 28. Januar, ab 14 Uhr im Ortskern von Beilrode

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