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Martin Luther als Friedensstifter (Teil 13)

Landgraf Philipp. Landgraf Philipp. Archiv/ros

Torgau  Als nach dem 10. April 1542 Zeitungsboten durchs Land zogen, um die Nachrichten vom Ende der „Wurzener Fehde“ und von dem durch Landgraf Philipp von Hessen vermittelten Vertrag zwischen Kurfürst Johann Friedrich und Herzog Moritz zu verbreiten, blieb der wahre Friedensstifter im Hintergrund. Landgraf Philipp selbst hatte ja Martin Luther um einen Brief zur Lösung des Konflikts gebeten, und wir schauen in Luthers Brief, den dieser sogar in Druck geben wollte und nach dessen Eingang bei beiden Fürsten es bis zum Vertrag vom 10. April 1542 keine 48 Stunden dauerte. Martin Luther als Friedensstifter – ein Auszug aus seinem Brief in heutigem Deutsch:

„Ich stelle mich auf dessen Seite, der Recht und Frieden anbieten und leiden kann oder begehrt, sei es mein gnädiger Herr der Kurfürst und seine Landstände oder mein gnädiger Herr Herzog Moritz und seine Landstände, denn es gibt hier kein Heucheln, ich rede für Gott und mein Gewissen. Die Seite, die Recht und Frieden sucht, soll sich getrost und fröhlich auf meinen Rat beziehen, dass ich es an Gottes Statt geheißen. Und sollte es doch, was Gott verhüte, zur Schlacht kommen, so neigt eure Häupter hierher gen Wittenberg und lasst euch segnen, empfangt unsere Absolution, und lasst unerschrocken eure Büchsen und Spieße gehen in die Kinder des Unfriedens.

Dem anderen unfriedlichen rachgierigen Haufen verkündige ich, dass es vor dem jüngsten Gericht keine Entschuldigung dafür geben wird, dass sie sich selbst in den Bann getan und sich Gottes Fluch ergeben haben. Und wenn sie im Krieg umkommen, sind sie auf ewig verdammt mit Leib und Seele ... Ich rate: Wer unter einem solchen unfriedlichen Fürsten kämpft, der laufe vom Schlachtfeld, was er laufen kann, errette seine Seele und lasse seinen rachgierigen unsinnigen Fürsten allein kämpfen mit denen, die mit ihm zum Teufel fahren wollen. ... Es ist ... verboten, Fürsten und Herren gehorsam zu sein oder Eide zu halten zu seiner Seele Verdammnis, das ist wider Gott und Recht.“

Kurz vor dem Vertragsschluss schrieb Dr. Brück am 10. April noch einmal an Landgraf Philipp, und bestand – wohl unter Bezug auf das Schreiben Luthers – durchaus darauf, dass Moritz der angreifende Teil gewesen sei. Herzog Moritz hingegen strafte Luther für diesen Brief bis zu dessen Tode mit Missachtung, Luther existierte für ihn nicht mehr. Am 30. Juni 1542 schrieb Moritz an seine Räte, dass Luther „... seinem Gebrauche nach nicht allein den Adel, sondern auch die großen Potentaten als Kaiser, Könige und Fürsten anzutasten pflege ...“

■ Luther und die Fürsten – zu erleben Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr auf Schloss Hartenfels Torgau, öffentliche Führungen um 11, 14 und 15 Uhr, Eintritt 10 Euro. Informationen über Tel. 0351 49142000 oder www.luthermeile.de
SWB/ros