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Wo geht die Reise hin?

Wo geht die Reise hin? Foto: Lucie Lorbeer

Vielleicht hast Du schon von Blindbooking gehört? Nein? Dann wird’s höchste Zeit:
NACHTFALTER-Redakteurin Lucie Lorbeer hat es getestet, wenn auch am Anfang mit gemischten Gefühlen.
Mit dem Liebsten in den Urlaub fahren, kann gar nicht so leicht sein. Allein schon das Reiseziel festlegen, hat meinem Freund und mir Kopfschmerzen bereitet. Dubai? Barcelona? Mallorca? Oder doch lieber nur nach Prag oder Wien? Nach wochenlangem Durchforsten vieler Reiseportalseiten fand mein Freund »blookery«. Völlig begeistert von seinem grandiosen Fund berichtete er mir davon … Aber Blindbooking? Nicht wissen, wo man hinfliegt und nicht wissen, wo man übernachtet? Ob das so eine gute Idee ist? Zum Glück gab es dazu eine Reportage, in der wir sehen konnten, wie die Suche zur perfekten Überraschungsreise abläuft. Zuerst füllt man einen Fragebogen aus, in dem man die gewünschte Region Europas (nördlich, mittel, südlich) und die Unterkunft (Hostel, einfaches Zimmer oder gehobene Unterkunft) auswählt, worauf man Lust hat (Sightseeing, Nightlife, Romantik) und im zweiten Schritt dann, welcher Flughafen am wünschenswertesten wäre und wie viel Budget zur Verfügung steht.
So viel konnten wir einstellen … Ein pures Überraschungsurlaubspaket also. Nach langem Hin und Her habe auch ich mich dazu überzeugen lassen. Schwups, war alles ausgefüllt. Nur wann wollten wir das Reiseziel erfahren? Gleich nach der Buchung? Eine Woche vorher? Oder sogar erst einen Tag vorher? Wenn schon denn schon, wir entschieden uns für einen Tag vorher. Am nächsten Tag bekamen wir schon eine Mail, dass sie ein passendes Reiseangebot für uns gefunden haben. Nun wussten wir schon mal, dass unser Flieger zwischen 6 und 9 Uhr von Berlin-Schönefeld gehen wird. Jetzt bereute ich diese Entscheidung das erste Mal ein bisschen, denn zu der Buchung schickte blookery uns auch einen Countdown bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir das Ziel erfahren. Der Witz an der ganzen Sache war dann nur: Wir erfahren das Reiseziel Sonntag 19 Uhr und fliegen 7 Uhr am nächsten Tag. Problem: Wir mussten ja erst einmal noch von Leipzig zum Flughafen Berlin kommen. Dies wird von blookery nämlich nicht mit übernommen, doch hier sind die Verbindungen ja bekanntlich sehr gut und wir entschieden uns für die preisgünstigste und entspannteste Variante: der FlixBus. So reservierten wir uns zwei Plätze ab 1.20 Uhr, damit wir auch pünktlich da sind, falls der Flieger schon um 6 Uhr losfliegt.
62 Tage, 21 Stunden, 24 Minuten und 6 Sekunden bis zur Entlüftung des Reiseziels.
Drei Tage vor Abflug bereute ich schon ein bisschen die Entscheidung, unser Ziel erst dann zu erfahren, denn so langsam mussten wir ja die Koffer packen. Aber woher soll ich denn wissen, was ich einpacken soll, wenn wir noch nicht einmal wissen, wo es hingeht? So suchten wir nur das Allernötigste zusammen, das definitiv mitmuss. Der Rest soll nach dem großen Entlüften eingepackt werden.
Unsere verrückte Urlaubsidee erzählten wir natürlich auch unseren Freunden und Bekannten, doch wie erwartet, waren die bei dem Thema geteilter Meinung.  Die einen sagten: »Nein, das würde mir im Traum nicht einfallen. Ihr seid doch verrückt!« oder »Boah geil, sagt mir wie es war und wenn Ihr das noch mal vorhabt, sagt Bescheid, dann komm ich mit! Die Idee ist mega!« Aber hey, so wie Paps schon sagte: »Ihr seid noch jung, es gibt so viel noch auf der Welt zu entdecken.« Und damit hatte er völlig recht. Unser Countdown lief und lief runter. Drei Minuten können einem wie eine Ewigkeit vorkommen. 3, 2, 1 … Willkommen in Mailand. MAILAND! Wir haben uns riesig gefreut, denn nach Mailand zu fliegen, wäre uns nie eingefallen.
Nun muss nur alles andere klappen. Das erste Mal ohne Eltern ins Ausland fliegen, dies war für uns beide sehr aufregend. Nachdem wir unsere Handgepäckstücke vollständig hatten, mussten wir auch schon los zum Leipziger Hauptbahnhof, wo der FlixBus auf uns wartete. Das verlief reibungslos. Nur am Flughafen hatten wir dann so unsere Problemchen. Das Gate zu finden war die eine Sache, das andere waren die 8 Stunden Flugverspätung. Doch auch die Zeit schlugen wir tot, sodass wir dann 15.05 Uhr endlich im Flugzeug saßen und der Urlaub beginnen konnte. zwei Stunden später landeten wir in Mailand. Nun war die Frage, wie wir zum Hotel kommen. Zum Glück haben wir noch zu Hause schnell die Anschlüsse gecheckt und wir fanden einen Bus, der uns vom Flughafen innerhalb einer Stunde bis zum Mailander Hauptbahnhof bringt. Hätte sich allerdings der Transfer als problematisch entpuppt, hätte uns blookery mögliche Verbindungen rausgesucht. Doch vom Hauptbahnhof zum Hotel waren es 10 Minuten und somit sehr erschwinglich.
Die Versprechen seitens »blookery« wurden mit Auszeichnung erfüllt. Gute Flugverbindung, perfekte Lage (1 km bis zum Stadtzentrum), gemütliches und sauberes Hotel. Alles, was man sich für einen Urlaub wünscht. Und wenn doch etwas nicht stimmte, hatten wir immer die Möglichkeit, sofort mit dem Team in Kontakt zu treten. Bei Fragen bekamen wir innerhalb von spätestens 20 Minuten eine liebe Rückmeldung. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt. »Blookery« hat unsere Erwartungen um Längen übertroffen, deswegen würde ich das jedem Reiselustigen ans Herz legen. Klasse Idee und Spannung pur!

Text: Lucie Lorbeer