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Nachgefragt: #Minimalismus

Nachgefragt: #Minimalismus Adobe Stock

Massenkonsumgesellschaft ist das magische Wort unserer Generation. Von allem gibt es unendlich viel, um genau zu sein: viel zu viel. Die Menschen lieben es jedoch, mehr, mehr und mehr zu haben. Denn wieso ein paar Sneaker, wenn man fünf haben kann? Wieso nur einen TV im Wohnzimmer? Ein zweiter im Schlafzimmer ist schließlich auch nicht verkehrt.

 

Was kostet eigentlich die Welt?

Nicht wirklich viel. Wenn man einen durchschnittlich bezahlten Job hat, kann man sich schon eine Menge an Sachen kaufen. Um genau zu sein: Sachen – die das Leben eigentlich gar nicht braucht. So ein Overflow an coolen Dingen ist jedoch schon ziemlich nice. Sieht ja auch gut aus, wenn neben dem Iphone auch noch das IPad und das MacBook liegt. Zudem glänzt die teure, gebrandete Uhr ziemlich nobel neben all den vielen coolen Reichtümern, die man besitzt. Ach ja, von der hat man natürlich nicht nur eine. Schließlich passt die eine ja nicht zu jedem Outfit. Eigentlich trifft das auf ziemlich vieles zu. Überschuss, wohin das Auge sieht. Als hätten wir Angst, dass morgen der böse schwarze Mann vor der Tür steht und uns einige von den geliebten Dingen wegnimmt. Obwohl uns vielleicht nicht einmal auffallen würde, wenn etwas fehlt. Ist das nicht erschreckend? Nein, wir wollen mehr und mehr und schaffen uns zur Sicherheit halt einfach Dinge zweimal, ach quatsch, dreimal oder vielmal an. Shirts und Pullis in verschiedenen Farben und Varianten. Vergessen wird dabei, dass die Hälfte davon im Schrank vergammelt. So viel kann doch kein Mensch tragen. Wenn wir genauer darüber nachdenken, brauchen wir 98 Prozent unseres Krempels definitiv nicht. Wir horten also ganz schön viel Ballast. Laut dem Minimalismus-Hype, der vor allem von vielen Ökos in den Großstädten betrieben wird, macht das sogar mehr als unglücklich. Denn Deine Dinge, die Du besitzt, besitzen auch irgendwann Dich. Aber halt, STOPP, jetzt erkläre ich Euch erst einmal, was minimalistisch leben, eigentlich bedeutet. Minimalismus setzt ein Zeichen gegen die extreme Konsumgesellschaft, und gibt vor, nur das zu besitzen, was man wirklich braucht und liebt. Damit man sich auf die wichtigen Angelegenheiten im Leben, also all den Dingen, die uns längerfristig glücklich machen, konzentrieren kann.

Mich selbst hat dieser Trend ziemlich beeindruckt, noch während der Recherche habe ich zwei große Kartons Sachen ausgemistet. Hinzu kamen Küchengeräte und weiterer Dekokram. All das, was ich schon Jahre nicht mehr benutzt hatte, verbannte ich innerhalb weniger Stunden. Ja, ich gebe zu, es hat leicht geschmerzt. Denn die Frage: »Irgendwann könnte ich es ja noch mal gebrauchen?!«, ist in meinem Kopf manifestiert. Aber jaaaa, das »Platzmachen« tat gut! Und ja verdammt, ich fühlte mich danach freier. Das heißt, das Sprichwort »weniger ist mehr« traf auch hier zu.

 

Sieben Tage, Sieben Dinge

Nun interessierte mich, was Freunde und Bekannte darüber denken und erinnerte mich an den Schweighöfer-Film 100 Dinge, bei dem sich jeden Tag ein Konsumgut zurückgeholt werden durfte. Also startete ich folgende Umfrage: Stell Dir vor, Du stehst in Deiner Wohnung. Sie ist leer. Der einzige Inhalt bist Du. Nun darfst Du jeden Tag innerhalb einer Woche ein Gut zurück holen. Für was würdest Du Dich an Tag 1, 2, 3 …, 7 entscheiden. Denke bitte auch an Einzelheiten, willst Du zum Beispiel Dein Handy zurückholen, so benötigst Du sicher am Folgetag auch Dein Ladekabel.

 

Wir wussten es bereits vorher, unser Handy scheint unverzichtbar zu sein. Aber seht es locker und versucht doch dafür in anderen Bereichen minimalistisch zu handeln. Wie wäre es zunächst mit einem Update in Eurem Kleiderschrank?

Text: Nicole Steeg

 

Oli (29) aus Möglenz: 1. Bett, 2. Saubere Unterwäsche, 3.Handy, 4.Ladekabel, 5.Rucksack, 6.Zelt, 7.Flugtickets

Wiebke (25) aus Falkenberg/E.: 1. Brille, 2.Zahnpasta, 3.Zahnbürste, 4.Handy, 5.Ladekabel, 6.Bett, 7.Fahrrad

Michelle (25) aus Koßdorf: 1.Zahnbürste, 2.Decke, 3.Seife, 4.Handy, 5.Ladekabel, 6.Handcreme, 7.Kopfhörer

Oli (30) aus Dommitzsch: 1.Hund Cookie, 2.Kühlschrank, 3.Handy, 4.Ladekabel, 5.Sofa, 6.TV, 7.Mikrowelle

Vivien (25) aus Mühlberg: 1.Sofa, 2.Decke, 3.Seife, 4.Handtuch, 5.Handy, 6.Ladekabel, 7.TV

Rik (29) aus Falkenberg/E.: 1.Bett, 2.Decke, 3.Kopfkissen, 4.Fahrrad, 5.Geld, 6.TV, 7.Handy