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Das satirische Männer-Frühstücks-ABC

Das satirische Männer-Frühstücks-ABC Foto: Pixabay

Wer kennt das nicht? Frau sitzt mit Freundin XY zum Frühstück im Café. Typ I schlürft vorbei. Karohemd, Brille, zarte Hände – der klassische Nerd. Typ II schlendert Händchen haltend mit Freundin vorbei. Durchgestylt, Sonnenbrille, südfranzösischer Revuekörper. Perfektes Modelpärchen aus einer surreal perfekten Welt. Schubladen, die jeder kennt – und keiner braucht. Wir haben es gewagt, einen Blick auf unsere männliche Parallelwelt zu werfen, für den wir keine Augen brauchen, und haben ein kleines Männer-Frühstücks-ABC zusammengestellt, in dem sich sicher keiner wiederfinden wird.

Typ »Eierschalensollbruchstellenverursacher«
»Schatz, sieh mal, den grünen oder lieber den aus Edelstahl?« – »Was ist denn das?« – »Waaas? Wieso kennst du das nicht. Das suche ich schon lange.« – »Aha. Und was ist das nun?« – » Ein Eierschalensollbruchstellenverursacher.« Der klassische Typ Mann, der des Öfteren haben will, was keiner braucht. Dieses Verhalten ist natürlich nicht nur im Kontext von Frühstückszubehör zu beobachten, sondern zeigt sich je nach Interessenlage insbesondere in Elektrofach- und Modegeschäften, im Baumarkt oder Ramschladen.

Typ »Nur ein Frühstück«
Eine ganz besondere Klasse Mann stellt der »Nur ein Frühstück«-Typ dar. Humorvoll und immer einen kreativen, mal mehr, mal weniger charmanten Spruch auf den Lippen wirkt er ungemein sympathisch. Locker und unkompliziert. Unkompliziert auch für sich selbst: »Nur« ein nettes Gespräch, »nur« ein Kaffee, »nur« ein kleines Frühstück. Dieser Typ Mann verwendet »nur« gern, um zu relativieren. Ja, aber was? Seine Schüchternheit zu seinen Vorhaben, seine Vorhaben zu seltsamen Umständen? Neeeiiin! »Nur« ist natürlich nur ein Wort. – Und wie viel Nur-Wörter vermögen, das zu beurteilen, bleibt den LeserInnen überlassen.

Typ »Schmutzpfanne«
Diese Spezies ist wohl insbesondere in seiner Höhle zu finden, die kaum jemand betreten wird. Ganz entspannt, locker und mit dezidiert gesetzten Prioritäten… die nicht in der Küche liegen. Benutzt, Zweck erfüllt, auf zum Nächsten. Warum Gedanken an Dinge wie Ordnung verschwenden, die Pfanne kann später abgewaschen werden. Übertragen auf das Verhalten fern vom Frühstückstisch bedeutet dies: zielorientiertes Arbeiten mit der Fähigkeit, sich von amüsanten Ablenkungen begeistern zu lassen, und schnell switchen zu können – auch in netten Gesprächen.

Typ »Kaffeesahnenkännchen«
Hier haben wir ein ganz spezielles Exemplar, das dem Aussterben scheinbar nahe ist. Gekonnt und mit geübter Handbewegung werden Messer und Gabel in perfekter Parallelität angerichtet. Verschiedene Tassen? Himmel! Wo denken wir hin. Nichts wird dem Zufall überlassen. Alles ist makellos aufeinander abgestimmt. Die Perfektion liegt doch schließlich im Detail und verbietet jedwede Spontanität und Flexibilität. Auch hier zieht sich dieses Verhaltensmuster durch alle Lebensbereiche. Und was macht Frau? Dieses Verhalten lieben und wertschätzen oder aber… schreiend wegrennen.

Typ »Frühstücksei«
Frau kommt im Halbschlaf in die Küche getapst. Mann ist schon fertig für den Tag und hat ihr die Cappuccino-guten-Morgen-wach-entspannt-auf-mein-Engel-Tasse hingestellt. Während sie langsam ihre Muttersprache beim Schlürfen wiederfindet, ist er schon über das aktuelle Geschehen informiert und meldet sich im passenden Moment: »Schatz, der Frühstückstisch ist fast fertig. Wie möchtest Du denn heute Dein Ei? Gekocht, gerührt, gespiegelt, blanchiert?« Sie: »Gekocht, mein Bärchen.« Mit einem Lächeln auf den Lippen verschwindet er und macht sich an die Arbeit. Als außenstehender Beobachter dürften einem nun sämtliche Fragen durch den Kopf schwirren: Ist das jetzt die nette Variante zu sagen, mein Bauch knurrt und ich will endlich frühstücken? Womit hat sie den denn bestochen? Das geht doch nur frisch verliebt … oder? Wir werden es nie erfahren…

Melanie Nowack