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Eric & Edith im Interview

»Schenk Dir ein Lächeln« – Dieser Satz ist bei Eric und Edith Stehfest fester Bestandteil geworden! Das Nachtfalter-Team durfte die beiden bei ihrer Erlebnis-Lesung in der Kulturbastion in Torgau vorab treffen und mit ihnen sprechen. »Schenk Dir ein Lächeln« – Dieser Satz ist bei Eric und Edith Stehfest fester Bestandteil geworden! Das Nachtfalter-Team durfte die beiden bei ihrer Erlebnis-Lesung in der Kulturbastion in Torgau vorab treffen und mit ihnen sprechen. Foto: Nicole Steeg

Am Freitag, dem 13. September, war für den NACHTFALTER  definitiv kein Pechtag. Wir durften nämlich auf der Couch in der Kulturbastion Torgau zusammen mit Eric und Edith Stehfest sitzen, die auf Erlebnislesung durch Deutschland sind und Erics Buch »9 Tage wach« sowie Ediths neues Album als »Lotta Laut« in einem ganz besonderen Sprachtrip präsentieren.

Wie kam die Intension, dieses Buch zu schreiben?
Eric: Ich glaube, es liegt daran, dass ich Künstler und Schauspieler bin und das gelernt habe. Wenn ich in meinem Umfeld merke, dass da Probleme sind, muss ich da automatisch hin. Und wir haben ein Problem, dass die deutsche Sprache einfach gar nicht mehr klingt. Alle kürzen nur noch ab und reden im Slang, benutzen nur noch Fäkalsprache. Aber die deutsche Sprache und das Wort hat eine große Bedeutung. Und dafür stehe ich.

Ist ein zweites Buch geplant?
Edith: Feminismus, Revolution, Rebellion, viel Mut, den wir jetzt angesammelt haben in den letzten zwei Jahren, seitdem das Buch draußen ist – all das hat dazu geführt, diesen Weg zusammen zu gehen.
Eric: Viele Menschen können keine Nähe zulassen und konsumieren Drogen. Wir gehen einen neuen Weg und möchten darum auch unsere Karrieren zusammenlegen. Deswegen schreiben wir das nächste Buch zusammen.

Wie ist der Vergleich: Kann der Mensch auch ohne Rauschmittel intensive Glücksgefühle wie bei einem Trip erleben?
Eric: Definitiv! Es ist nur härtere Arbeit. Man kennt es ja, im Alter zwischen 10 und 14 Jahren spürt man plötzlich dieses Kribbeln beim Anschauen einer Frau oder eines Mannes und das erste Mal spürt man, dass sich der eigene Körper bewegt. Wir sind alle Kinder. Wenn man sich dieses naive Gefühl bewahrt, immer wieder hochholen kann und dazu auch steht, ist ein großer Schritt getan. Der Körper hat schon »natürliche Drogen« und die muss man nur ausschütten können. Das ist viel harte Arbeit und ein Lernprozess, da muss man mal kontinuierlich an einer Sache dranbleiben. Auch durch die Hölle und Krisen gehen und dann kommt irgendwann das Glückgefühl. Edith: Oder sich verlieben und Kinder kriegen. Nichts ist intensiver.

Wie seid Ihr zu Drogen gekommen?
Edith: Ich habe mich tatsächlich bewusst dazu entschieden Drogen auszuprobieren. Ich hatte keinen falschen Freundeskreis. Ich wollte diesen Weg bewusst gehen. Angefixt wurde ich in der Schule, dort haben schon einige Extasy genommen und wir haben »Die Kinder vom Bahnhof Zoo« gelesen. Das war für mich keine Prävention, sondern es strahlte etwas Gefährliches und Mystisches aus.
Eric: So, wie man selber gerade lebt, solche Freunde hat man um sich. Das was du selber nach draußen rufst, das kriegst du halt auch wieder zurück.

Wie lange habt Ihr gebraucht, um clean zu werden?
Eric: Das ist ein schleichender Prozess. Clean geworden bin ich durch ein kompaktes Jahr, mit Vorbereitung und geschlossene Anstalt. Danach hatte ich noch mal einen Rückfall und dann ging es so langsam raus. Ich würde sagen, so fünf Jahre hat es schon gedauert.
Edith: Bei mir war es ähnlich. Drei Wochen bin ich im Entzug gewesen, das hat dann nicht so lang gehalten. Dann waren es noch einmal zwei extra Jahre, bis ich Eric kennengelernt habe und es tatsächlich von heute auf morgen passiert ist. Ich habe zwei Wochen durchgeschlafen, bin aufgewacht und habe gemerkt, ich will jetzt hier was ändern.

Könnt Ihr den Jugendlichen, die vielleicht selbst Drogenprobleme haben, etwas mitgeben, um Mut zu bekommen?
Eric: Das, was Ihr da so im Kopf habt, wie zum Beispiel Zweifel, und das, was Ihr da draußen beobachtet, ist echt! Der Junkie per se ist gewollt vom System und der Politik. Die Kriminellen sind gewollt, Gewalt ist gewollt. Dadurch bleibt ihr Konsumenten und die Großen verdienen die Kohle. Nach diesem Verständnis würde ich doch sofort aufhören. Ihr habt nur dieses eine fucking Leben und da das Beste draus zu machen, sich Tag für Tag aufzurappeln und sich als Held zu sehen ist es, worum es geht. Man darf ruhig egoistisch denken und hey, immer wieder in den Sumpf zu fallen und Dinge sowie Situationen zu wiederholen, die mit Drogen zu tun haben, ist doch auch echt langweilig.

Zum Abschluss wollen sicher viele Leser wissen, warum Du aus GZSZ ausgestiegen bist?
Eric: Ich habe immer den Wunsch gehabt, meine eigene Marke zu kreieren und selber Schöpfer zu sein. Der fiktive Chris Lehmann aus der Serie ist ein Revoluzzer, geht die Dinge an und kämpft. Das wollte ich ins echte Leben holen, in mein Leben. Mein Buch wird gerade verfilmt, das ist ein riesengroßer Prozess. Es gibt Theaterstücke, das nächste Buch steht an. Es gibt aktuell so viele spannende Themen, die ich angehe. Ich möchte jetzt einfach ich selbst sein. Ich möchte aber die Zeit auch echt nicht missen. Ich habe bei GZSZ alles reingesteckt, weil so viele Zusammenhänge mit meiner eigenen Geschichte offensichtlich waren. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass das vielleicht auch mal wiederkommt.