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„Geheime Einblicke – Die Stasi in Oschatz“

Museumleiterin Dana Bach vor Exponaten der neuen Sonderausstellung. Museumleiterin Dana Bach vor Exponaten der neuen Sonderausstellung. Foto: D. Hunger

Oschatz. Die Augen und Ohren der etwa 91 000 hauptamtlichen Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR waren überall. Wo sich Lücken auftaten, wurden sie von nicht weniger als 189 000 Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) unterstützt. Wie die Stasi im Kreis Oschatz gearbeitet hat, darüber berichtet die Sonderausstellung „Geheime Einblicke – Die Stasi in Oschatz“ vom 6. Juli bis zum  29. September im Stadt- und Waagenmuseum. Das „Ministerium für Staatssicherheit“ deckte die DDR mit einem dichten Netzwerk an Dienststellen ab. Es überwachte auch in Oschatz streng sämtliche Gesellschaftsbereiche unter anderem Betriebe, Schulen und Kirchen. Die MfS-Mitarbeiter fertigten Berichte über das Verhalten von Freunden, Kollegen und sogar der eigenen Familie, über die Stimmung in der Gesellschaft und über sicherheitsrelevante Fakten aller Art aus ihrem persönlichen oder beruflichen Umfeld an. Einen Einblick in solche geschriebenen Berichte gibt die Ausstellung. Außerdem wird über den Aufbau und die Arbeit der Kreisdienststelle Oschatz, welche für den damaligen Kreis Oschatz zuständig war, sowie deren Auflösung 1989 berichtet. Sogenannte konspirative Wohnungen, welche als geheime Trefforte für Inoffizielle Mitarbeiter dienten, gab es in Oschatz in hoher Zahl. Ein Stadtplan zeigt, wo diese Wohnungen im Stadtgebiet überall verteilt waren.
Ergänzt wird die Ausstellung mit zahlreichen technischen Objekten, die der Stasi zur Observation verdächtiger Personen dienten. Abhörtelefone, Kassettenaufnahmegeräte, Wanzen mit magnetischem Mikrofon, diverse Taschen und ein Aktenkoffer mit versteckten Kleinbildkameras, ein komplett ausgestatteter Maskierungskoffer, eine Geruchskonserve und vieles andere mehr sind Beispiele dafür, wie die Stasi die Bevölkerung überwacht hat. Die ausgestellten Exponate stammen aus der Sammlung vom „Bürgerkomitee Leipzig e.V. für die Auflösung der ehemaligen Staatssicherheit (MfS), Träger der Gedenkstätte Museum in der  Runden Ecke mit dem Museum im Stasi-Bunker“. Im Rahmen der Sonderausstellung bieten Mitarbeiter/innen vom Stasi-Unterlagen-Archiv/Außenstelle Leipzig Bürgerberatungen an. Jeder hat das Recht, Unterlagen des MfS einzusehen, die das Ministerium über die eigene Person angelegt hat. Interessierte erhalten die Möglichkeit, vor Ort einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen.
Dana Bach, Museumsleiterin

Informationen
Termine Beratung BStU:
30. Juli, 6. August, 27. August, 3. September und 24. September, jeweils von 13 bis 17 Uhr (Voranmeldung nicht erforderlich!)

Termine Sonderführungen:
06. 7. 2019 (Sa) – 14 Uhr & 15.30 Uhr
09. 7. 2019 (Di.) – 14 Uhr
16. 7. 2019 (Di.) – 14 Uhr
09. 8. 2019 (Fr) – 17 Uhr
16. 8. 2019 (Fr) – 17 Uhr
27. 8. 2019 (Di.) – 14 Uhr
01. 9. 2019 (So) – 15 Uhr und 16 Uhr
03. 9. 2019 (Di.) – 14 Uhr
08. 9. 2019 (So) – 14 Uhr und 15.30 Uhr
17. 9. 2019 (Di.) – 14 Uhr
24. 9. 2019 (Di.) – 14 Uhr
Um Voranmeldung wird gebeten.

Öffnungszeiten:
Di. – Do.: 10 – 12.30 Uhr und 13 – 17 Uhr
Fr. – So.: 13.30 – 17 Uhr