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Wo gibt's die größten Ostereier?

Hallihallo! Sie gelten als neugierig und ihre eigentümliche Statur und Bewegung inspirierten schon zahlreiche Illustratoren: Strauße wie diese leben auch in Thalheim bei Oschatz. Hallihallo! Sie gelten als neugierig und ihre eigentümliche Statur und Bewegung inspirierten schon zahlreiche Illustratoren: Strauße wie diese leben auch in Thalheim bei Oschatz. Foto: PR

Thalheim. Wir vermuten: In Thalheim, bei diesen illustren Gesellen im Federkleid!

Noch ist es verhältnismäßig ruhig bei Uwe Joite. Auf der Weide hinterm Hof hat er ganz besondere Tiere „stehen“: Blauhalsstrauße.
Ungefähr 100 Hennen und Hähne leben bei ihm auf der Farm in Thalheim bei Oschatz und erwarten in Kürze Nachwuchs. „Ende März/Anfang April“ ist es jährlich so weit. Dann werden die Gelege
ausgebrütet und wir harren der kleinen Vögel, die da kommen sollen“, erzählt der „Straußenvater“ mit verschmitztem Grinsen. Wie viele es werden, ist ungewiss, aber eine sogenannte Haupthenne legt durchschnittlich acht bis zehn Eier, Nebenhennen je zwei bis fünf. So landen in den Gemeinschaftsnestern, die tagsüber durch die Haupthenne und des nachts vom Hahn ausgebrütet werden, meist 20 Eier. Die überschüssigen „sortiert“ die Haupthenne aus und legt ihre eigenen instinktiv im Zentrum der Nestkuhle ab, weil sie dort auch vor Nesträubern am besten geschützt wären. Die Nebenhennen werden zum Brüten vertrieben. Sechs Wochen Brutzeit braucht es, bis es leise knackt und die Küken schlüpfen. So groß wie ihre Eltern (bis zu 2,50 Meter hoch und 130 Kilogramm schwer) werden sie dann innerhalb eines Jahres. Bei guten Bedingungen können Blauhalsstrauße in der freien Wildbahn, also in Afrika, bis zu 40 Jahre alt werden. In Thalheim aber werden sie zur Fleischgewinnung gezüchtet, sodass Schlachttiere zwischen einem und zwei Jahren alt sind, wenn sie „sich von der Gruppe verabschieden“, erklärt Uwe Joite. Auch Eier kann man bei ihm kaufen, und mit fast zwei Kilogramm Gewicht entsprechen die immerhin je 24 Hühnereiern. Für den Ostertisch also bestens als Deko und Grundlage für Menü und Dessert geeignet! Wie es schmeckt? Das Ei lässt sich kaum vom Hühnerei unterscheiden, Joites machen daraus sogar Eierlikör. Aber das Fleisch kann durchaus mit Rindfleisch verglichen werden – nicht, wie man beiläufig immer sagt, mit Hühnchen.
Herrscht nach der Schlachtung auf Joites Hof gähnende Leere? Nein! Denn es wird natürlich darauf geachtet, dass die Zucht so tierfreundlich wie möglich weiter betrieben werden kann. Wie das aussieht, lässt sich übrigens beim Tag der offenen Tür am 30. Mai 2020 ganz genau erkunden. Dann wird Familie Joite wieder Führungen übers Gelände und zu den Tieren anbieten, die Produkte des Hofladens auf einer Art kleinem Bauernmarkt zusammen mit anderen regionalen Händlern verkaufen. Julia Sachse