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Textile Historie

Museumsleiterin Dana Bach mit Hermann und Karin Schöne vor der Vitrine, in der seit vergangenem Dienstag eine 115 Jahre alte und nur dank ihrer Spenden restaurierte Ulanenuniform präsentiert wird. Museumsleiterin Dana Bach mit Hermann und Karin Schöne vor der Vitrine, in der seit vergangenem Dienstag eine 115 Jahre alte und nur dank ihrer Spenden restaurierte Ulanenuniform präsentiert wird. Foto: D. Hunger

Oschatz, Dana Bach und die Offiziere – 2020 scheint im wahrsten SInne ein „hochrangiges“ Jahr für die Leiterin des Stadt- und Waagenmuseums zu sein. Vor wenigen Monaten galt die Aufmerksamkeit der Medien rund um Oschatz noch vier einst verschollenen Offiziersbildnissen, die sie nach ihrem Auftauchen und der Restauration zurück nach Leuben (leih)geben konnte. Nun fand eine Ulanen-Uniform, auch Ulanka genannt, nach aufwendiger Textilrestauration ihren Platz in der Ausstellung zur Oschatzer Stadtgeschichte.
Wo kommt das gute Stück her?

„In Oschatz war von 1867 bis 1919 das 1. Königlich Sächsische Ulanen-Regiment Nr. 17 stationiert. Die Garnisonsangehörigen trugen solch eine Uniformjacke. Es ist also ein authentisches Belegstück zur Geschichte des Oschatzer Ulanen-Regimentes“, erklärt Dana Bach. Robert Herrmann war seinerzeit Gefreiter im besagten Regiment. Zwei Jahre nach seinem Tod verschenkte seine Tochter 1966 die Ulanka an Wilfried Kirchner – als Dank für eine Ofenreinigung, die er als Ofensetzermeister bei ihr durchgeführt hatte. Noch zweimal wechselte sie den Besitzer, bevor sie 2017 als Leihgabe in der „Ulanen-Sonderausstellung“ präsentiert wurde. Leihgeber Rolf Bierbaum entschied sich damals, die Uniform samt der messingfarbenen Epauletten, die die österreichische Kaiserkronen tragen, ans Museum zu verkaufen. Bevor man sie jedoch auch der Öffentlichkeit dauerhaft zeigen konnte, mussten zahlreiche Reinigungs- und Reparaturarbeiten mit restauratorischem Fachwissen in der nähenden Hinterhand durchgeführt werden.

Das geschah im August 2020 und wurde allein durch die großzügige Spende des Ehepaars Hans-Hermann und Karin Schöne aus Kleinforst möglich. Nach mindestens 115 Jahren vermittelt das textile Schmuckstück in Kornblumenblau und Purpurrot nun wieder den Stolz, mit dem es einst von Robert Hermann durch Oschatz‘ Straßen getragen wurde. Das Museum dankt Rolf Bierbaum, dem Ehepaar Schöne und der Restauratorin Barbara Müller aus Chemnitz für diese Reihe an glücklichen Fügungen und eine aufmunternde Geschichte mehr im Corona-Jahr 2020! SWB