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„Wie macht man gute Kunst für Ostdeutsche?“

Ein Theaterabend  mit individuellen Geschichten über die Wende- und die Nach-Wende-Zeit. Ein Theaterabend mit individuellen Geschichten über die Wende- und die Nach-Wende-Zeit. Foto: PR

Riesa/Gröba Dem aktuell laufenden Kooperationsprojekt des Sprungbrett e. V., dem Stadtmuseum Riesa und der Stadt Riesa „Riesaer/-innen auf dem Weg in die Deutsche Einheit“ (https://riesa-wendegeschichten.net) ist es gelungen, drei junge Theatermacher im Rahmen ihrer Sachsentour für diesen außergewöhnlichen Theaterabend zu engagieren.
In ihrem Theaterabend geht es nun weder um die Stasi noch um die Treuhand. Stattdessen erzählen sie ihre eigene(n) Geschichte(n). Mit fast vergessenen Erinnerungen, Träumen, Ängsten, Liedern und Körpern von vor und nach 1990 gehen sie auf die Suche nach ihrem Platz innerhalb der ostdeutschen Erzählung.
Sie fragen: Warum lässt mich meine Herkunft nicht in Ruhe? Wie tief bin ich mit den Geschichten und Orten meiner Kindheit verbunden? Welches Wissen verbirgt sich hinter meiner ostdeutschen Identität? Gehöre ich hier (noch) hin?
Der Theaterabend ist eine Abarbeitung an der Aufarbeitung in 30 Versuchen.
Er versammelt verschiedene Perspektiven der Nach-Wende-Generation und lädt ein zu einer neuen Auseinandersetzung mit individuell und kollektiv erlebten Brüchen und der eigenen Geschichte.
Der Abend endet in einem Gesprächsangebot mit dem Publikum und den Machern.

Hintergrund: Noah ist US-Amerikaner und lebt in den Niederlanden. Seit Jahren interessiert er sich für postkommunistische Gesellschaften. Über die ‘ehemalige DDR’ wusste er nicht viel. 2018 trifft er Rika und Burkhard und beginnt Fragen nach ihrer ostdeutschen Herkunft zu stellen.
Das Phänomen ‘Ostdeutschland’ war für Rika und Burkhard bis dahin vor allem die Geschichte ihrer Eltern – irgendwo zwischen (N)Ostalgie, Utopie und Enttäuschung. Zusammen mit Noah werden sie sich des Transformationsprozesses bewusst, den auch sie seit 1990 vollzogen haben. Sie beginnen die letzten 30 Jahre als ihre Geschichte zu verstehen. Gemeinsam erforschen sie bisher wenig wahrgenommene und verdrängte Erfahrungen und suchen nach einer Sprache, um diese zu benennen.
Im Frühjahr 2019 besuchen sie gemeinsam ihre Heimatstädte Neubrandenburg (Mecklenburg) und Mittweida (Sachsen) und eröffnen dort zeitweise einen „Laden der unerhörten GeschichteN“, wo sie sich mit interessierten Menschen verschiedenen Alters zum Austausch über die Wende- und die Nach-Wende-Zeit treffen.
Viele Besucher/-innen erzählen ihre Geschichte zum ersten Mal. Mit jeder einzelnen Stimme kommen die drei den oft widersprüchlichen Erfahrungen Ostdeutschlands näher. PR

Termin:
RIESA | So., 24.10.2021 | 19 Uhr
Einlass: 18.00 Uhr
Kirche Gröba | Kirchstraße | 01591 Riesa
Eintritt: 7,- € | Karten sind an der Abendkasse erhältlich.